Mein Arbeitsplatz im Wandel: Weniger ist mehr

Vor so ziemlich anderthalb Wochen habe ich mir ein neues Notebook gegönnt – ein ASUS A55V, um genau zu sein. Warum das? Ich hab doch bereits seit ein paar Jahren einen leistungsstarken Desktop mit Quad-Core-CPU, acht GB RAM und allem pipapo. Dazu hängt zu Hause noch ein Notebook von der Firma rum, das ich sowohl in der Firma, als auch in der Berufsschule nutze. Der Grund für die Neuanschaffung? Zusammenfassung Minimalisierung!

Ich wollte ein Gerät haben, mit dem ich gleichzeitig meinen Desktop ablösen und auch in der Berufsschule arbeiten kann. Da kommt natürlich nur ein entsprechend starkes Notebook in Frage, ganz klar.

Das Setup meines Arbeitsplatzes sah bisher so aus, wie ihr es auf dem Foto sehen könnt: Unterm Tisch der Rechner und auf dem Tisch zwei große Monitore – ein 24er mit 1.920 x 1200 Pixeln und ein 23,6er mit 1.920 x 1.080 Pixeln. Ich hatte mir das Setup damals so bereitgestellt, weil ich dachte, mit mehr Platz effizienter arbeiten zu können (zumal der 23er-Monitor damals günstig in der Anschaffung war). War das so? Pustekuchen war. Viel mehr habe ich den Platz genutzt, um mich selbst abzulenken. Mehr Platz führt am Rechner eben auch dazu, dass man mehr Sachen gleichzeitig macht und der Fokus auf die vorangehende Aufgabe verloren geht. Genau das war bei mir der Fall. Das wollte ich so nicht mehr haben, schließlich ist auch meine Zeit irgendwo irgendwie wertvoll.

Der zweite Grund, wieso ich mein Desktop-Setup gehasst habe? Dafür hätte ich am besten einen Lautstärkemesser heranziehen können, denn der Rechner war unheimlich laut – der Lüfter heulte vom Booten bis zum Runterfahren wie ein startendes Flugzeug (jedenfalls hatte ich den Eindruck). Klar, das stört. Also weg mit dem Düsenjet. Dass mein Desktop-PC auch irgendwie einen weg hatte und Random Reboots immer wieder aufgetreten sind, erwähne ich nur nebenbei als Nervfaktor – ihr könnt euch schließlich vorstellen, wie das ist.

Warum ich meinen PC aussortiere, wäre also geklärt. Aber was ist mit meinem Firmen-Notebook? Damit kann ich doch schließlich auch mobil arbeiten? Ja, nein, vielleicht. Generell richtig und mit Ubuntu auch einigermaßen machbar, aber kein wirklicher Spaß. Das Teil hatte schon ein paar Jahre auf dem Buckel und dementsprechend langsam war die Kiste. Mit Ubuntu konnte ich das Notebook benutzbar machen, mit dem Upgrade auf zwei GB RAM funktionierte dann auch Windows 7 als Betriebssystem im Firmenumfeld zufriedenstellend (wenngleich ich nach wie vor nicht absolut glücklich bin). Noch dazu habe ich mit der Kiste immer im Heimaturlaub gearbeitet. Wenngleich Arbeiten dort nur nebenbei gemacht wird, nervte das langsame Notebook trotzdem ungemein.

Etwas performantes, das mir die Arbeit in beiden Einsatzgebieten vereinfacht, wäre also angebracht und perfekt. Ein Gerät für beide Anwendungsszenarien – super cool! Immer und überall auf alle Daten zugreifen können – ein wichtiger Aspekt für mich. Es galt also, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Da ist es einleuchtend, dass ein Notebook die einzige Wahl sein kann.

Mein jetziges Setup sieht am Arbeitsplatz so aus, dass mein 23,6er nun als primärer Monitor dient und das Display des Notebooks als Zweitmonitor genutzt wird. Dass ich gerade den kleineren meiner beiden großen Monitore gewählt hab, hat einen Grund und damit sind wir auch schon beim eigentlichen Thema: Minimierung. Wie oben geschrieben führte mehr Platz zu mehr Ablenkung und ich will nun den genau umgekehrten Weg gehen: Weniger Platz, weniger Ablenkung. Genau das funktioniert bisher prächtig.

Weitere tolle Nebeneffekte: Ich hab nun mehr Platz auf dem Schreibtisch habe, der dadurch auch “mehr Luft zum Atmen” hat. Das Gefühl von mehr Freiheit ist schon echt klasse. Ich fühle mich nicht mehr so eingepfercht zwischen Monitoren, habe mehr Beinfreiheit unter dem Tisch. So macht mir das Arbeiten am PC wieder viel mehr Spaß. Des Weiteren ist es nun im Wohnzimmer endlich ruhig. Kein startendes Flugzeug mehr, das mich den Tag über nervt, während es über die Stunden hinweg immer mehr Fahrt aufnimmt – entspannend, wirklich.

Eine Frage ist sicherlich auch, wie gut sich ein 15,6”-Display als Zweitmonitor macht. Ich kenne das Szenario schon von meinem Arbeitsplatz im Betrieb, weswegen die Umstellung für mich nicht so extrem war. Darüber hinaus habe ich noch eine klasse Antwort parat: Dexpot! Mit der Anwendung kann man beliebig viele virtuelle Desktops erstellen. Ich habe mir vier konfiguriert, zwischen denen ich per Tastaturkürzel wechsel. Die Anwendungen, die ich im Alltag benutze, habe ich so auf je einem der virtuellen Desktops maximiert platziert – fühlt sich schon sehr cool an und ist vor allem effizient, da man immer weiß, wo was ist und grad auch nur das im Vordergrund hat, was man benötigt. Weniger ist wieder einmal mehr.

Was ich mit dem Beitrag aber eigentlich sagen will: Mehr Platz ist beim Arbeitsplatz nicht immer die Lösung aller Probleme. Weniger kann tatsächlich mehr sein. Sicherlich gibt es Szenarien, in denen zwei oder sogar mehr Monitore Sinn machen – allerdings sind das teilweise sehr spezielle und mit ein bisschen Überlegung kann man sich die Luft am Arbeitsplatz erhalten und gleichzeitig das Geld für den neuen Monitor sparen. Beherzigt das einfach bei der Planung eures Home-Office – es kann euch einiges bringen. :)

Die Umstrukturierung hat in mir übrigens die Lust ausgelöst, öfters mal ein bisschen umzubauen und frischen Wind in den Arbeitsalltag zu bringen. Habt ihr Ideen und Vorschläge? Dann immer her damit! Ich freue mich über Anregungen jeglicher Art. Und wo wir grad dabei sind: Wie schaut eigentlich euer Arbeitsplatz aus?