Ihr geht mir auf die Nerven

Manchmal frage ich mich, warum ich das hier alles mache – warum ich so sehr im Web unterwegs bin. Warum blogge ich so viel? Warum die hohe Aktivität auf Twitter? Warum dies, warum jenes. Es geht mir zunehmend auf die Nerven mich Tag ein, Tag aus im Netz zu bewegen. Warum? Wegen den Diensten und Tätigkeiten als solches? Nein. Wegen euch.

Egal, ob Blog-Kommentare gegen Dich schießen, oder ob auf Twitter über Dich gelästert wird. Warum? Weil ich oder meine Meinungen denen nicht passen? Wisst ihr was? Leckt mich. Sowas muss ich mir nicht mehr geben, darauf habe ich keine Lust mehr.

Dann sagen einem die Leute, die man mag Worte wie “Ignorieren und weiter machen”. Nett gemeint. Manche können das, ich nicht. Ich bin mit Herzblut bei der Sache, egal was ich mache. Darum habe ich keinen Bock darauf, wenn ich dann blöd von der Seite angemacht werde. Entsprechend nahe gehen mir manche Dinge, je nach Härte der Sache. Manches prallt ab, manches ist mir egal, bei manchem schlage ich zurück. Dann und wann habe ich auch runtergeschluckt

Letzteres wird jetzt zu meiner Standard-Antwort. Wer mir auf die Nerven geht wird das merken. Eure Meinung ist nicht so wichtig, als dass ihr das als Vorwand für Lästereien und Pöbeleien missbrauchen könnt – teilweise hinter meinem Rücken, wo dann gedacht wird, dass ich es nicht mitbekomme. Ihr liegt falsch. Und es wird zurückgeschlagen, ich lasse sowas nicht mehr gelten und das werdet ihr merken. Eure Schutzbarriere “Internet” könnt ihr vergessen. Denn:

Ihr geht mir auf die Nerven.

Versteht mich nicht falsch. Ich bin kritikfähig. Aber nur, wenn diese auch konstruktiv vorgetragen wird. Wenn ich dadurch wieder einmal etwas dazulernen kann. Rene z.B. ist ein einer der Netzmenschen, die ich am meisten schätze, dessen Kritik ich mir immer anhöre, weil ich weiß, dass er es gut meint. Weil es konstruktiv ist. Weil ich dadurch lernen kann. Es sollte mehr Menschen dieser Art geben, aber leider sind sie im Netz ein absoluter Einzelfall – jedenfalls habe ich immer mehr diesen Eindruck.

Ich habe immer versucht, mich irgendwie zu beherrschen. Manchmal ging das soweit, dass ich meine angekochte Wut an anderen Dingen ausließ. Dann geht da mal etwas kaputt und dort zerberstet etwas. Darauf habe ich keinen Bock mehr.

Ich bin ein Mensch, der stark emotional gesteuert agiert und reagiert. Das ist einfach so. Ich weiß, dass mich das zu einem schwierigen Menschen macht. Warum? Weil ich mein Leben lang versucht habe, Wut und Unrecht runterzuschlucken. Das war schon früher so. Auch damals klappte das immer weniger und die gleiche Tendenz, wie im realen Leben, nehme ich nun auch im Web an. Jetzt seid auch ihr Netz-Pöbler und -Lästerer dran. Ich lasse es nicht mehr zu. Ich schlucke nicht mehr runter. Ich lasse es jetzt raus. Alles. Meinen gesamten Hass gegen euch Vollidioten.

Ihr geht mir auf die Nerven!